So glätten Sie eine verputzte Wand: Eine umfassende Anleitung

Die Putzart genau bestimmen

Bevor Sie mit der Bearbeitung der Wand beginnen, ist es unerlässlich, die Art des Putzes zu bestimmen. So vermeiden Sie böse Überraschungen und wählen die richtige Methode. Hier sind die wichtigsten Arten, die in Wohnräumen vorkommen:

Pasten- oder Faserputz

  • Aussehen: körnig, leicht, fühlt sich manchmal leicht elastisch an

  • So erkennt man ihn: Wenn man ihn mit einem warmen Schwamm abwischt, wird er weich oder beginnt Blasen zu bilden. Oft reicht es schon aus, ihn mit einem Spachtel abzukratzen, um ihn in kleinen Stücken zu entfernen

  • Wo findet man ihn: In den 80er- und 90er-Jahren wurde er häufig von Hand in Schlaf- oder Wohnzimmern aufgetragen

Plastikputz (gespritzte Tröpfchen)

  • Aussehen: kleine, harte und gleichmäßige Tröpfchen, oft weiß oder beige gestrichen

  • Erkennungsmerkmale: sehr schwer abzukratzen, reagiert nicht auf Feuchtigkeit. Gleitet unter dem Spachtel

  • Wo findet man ihn: In den 2000er Jahren sehr verbreitet, in Fluren oder Eingangsbereichen

Gipsputz

  • Aussehen: dick, dekorativ, mit durch Walze oder Glättkelle aufgebrachten Mustern

  • So erkennen Sie ihn: Kratzen Sie leicht an einer Stelle, es erscheint weißer Staub. Der Putz ist hart, aber bröckelig

  • Wo findet man ihn: in alten Gebäuden oder in Innenräumen im rustikalen Stil

Zementputz oder Beton

  • Aussehen: hart, körnig, sehr widerstandsfähig gegen Werkzeuge

  • Erkennungsmerkmale: Reagiert weder auf Wasser noch auf den Spachtel noch auf leichtes Abschleifen. Kompakte und raue Oberfläche

  • Wo findet man es: Technikwände, Keller, Garagen, Treppenhäuser

Den Putz je nach Art entfernen

Nachdem Sie nun die Beschichtung identifiziert haben, erfahren Sie hier, wie Sie von Fall zu Fall vorgehen müssen, um eine glatte, für die Weiterbearbeitung geeignete Wand zu erhalten.

Pasten- oder Faserputz

Diese Art von Putz lässt sich am einfachsten entfernen.

  • Befeuchten Sie die Oberfläche mit einem Schwamm oder einer Sprühflasche mit lauwarmem Wasser

  • Warten Sie einige Minuten, bis das Wasser eingezogen ist

  • Entfernen Sie es mit dem breiten Spatel, ohne zu viel Kraft anzuwenden

  • Entfernen Sie die Reste mit einem feuchten Schwamm

💡 Tipp: Ein Dampfabbeizer kann das Ablösen auf großen Flächen beschleunigen

Kunststoffputz (Tropfen)

Dieser Putz lässt sich nicht leicht entfernen: Man muss die Wand regelrecht abschleifen.

  • Verwenden Sie eine Exzenterschleifmaschine oder eine Langhalsschleifmaschine mit Schleifpapier der Körnung 40 bis 60

  • Arbeiten Sie in kleinen Bereichen, um die Kontrolle zu behalten

  • Saugen Sie den Staub nach und nach ab

  • Sobald die Oberfläche ausreichend geglättet ist, tragen Sie eine Glättungsspachtelmasse auf. Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber „So glätten Sie eine Wand“.

💡 Tipp: Tragen Sie immer eine FFP2-Maske und lüften Sie den Raum gut durch, da der Staub sehr fein ist

Gipsputz

Gips ist hart, lässt sich aber mit dem richtigen Werkzeug recht gut abschleifen.

  • Kratzen Sie die stärksten Unebenheiten mit dem Spachtel ab

  • Mit einer Schleifmaschine schleifen (Körnung 60, dann 120)

  • Tragen Sie eine Spachtelmasse auf, um Vertiefungen auszugleichen

  • Glätten Sie die Oberfläche anschließend mit einer Feinspachtelmasse

💡 Tipp: Vermeiden Sie es, die Wand nass zu machen, da der Putz schnell Feuchtigkeit aufnimmt und dadurch brüchig werden kann

Zement- oder Betonputz

Dieser lässt sich am schwersten entfernen. Dazu sind leistungsstarke Werkzeuge erforderlich.

  • Verwenden Sie einen elektrischen Meißelhammer oder einen Schleifer mit Diamantscheibe

  • Arbeiten Sie langsam, um die Wand nicht zu beschädigen

  • Sobald die Unebenheiten geglättet sind, tragen Sie eine dicke Spachtelmasse auf, um die Wand zu glätten

💡 Tipp: Wenn Sie keine größeren Arbeiten durchführen möchten, können Sie die Wand mit einer selbstklebenden Wandverkleidung ohne aggressive Klebstoffe und ohne Staub verkleiden

Nachdem der Putz entfernt wurde: So gestalten Sie die Wand

Nachdem Sie den Putz entfernt (oder überdeckt) haben:

  • Saugen Sie die gesamte Wand ab, um den Staub zu entfernen

  • Tragen Sie bei Bedarf in zwei Durchgängen eine Glättungsspachtelmasse auf

  • Leicht abschleifen, um eine ebenmäßige Oberfläche zu erhalten

  • Tragen Sie zum Abschluss eine Grundierung auf, bevor Sie streichen, tapezieren oder eine andere Oberflächenbehandlung vornehmen

In manchen Fällen, wenn die Wand zu uneben ist oder Sie Spachtelarbeiten vermeiden möchten, ist das Anbringen einer Wandverkleidung eine schnelle und saubere Lösung.

Das Entfernen von Putz ist zwar mühsam, aber mit etwas Systematik für jeden machbar. Der Schlüssel liegt darin, zunächst die richtige Art der Wandverkleidung zu erkennen und dann die passende Technik anzuwenden. Mit den richtigen Werkzeugen können Sie Ihren Wänden wieder ein sauberes, glattes und modernes Aussehen verleihen. Sie müssen nicht alles neu machen: Sie müssen nur richtig vorgehen. Sollte Ihr Untergrund nach dem Entfernen des Putzes noch Unebenheiten aufweisen, entdecken Sie unsere Lösungen für unebene Wände, um eine wirklich saubere Oberfläche zu erhalten

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